Whitepaper: Sicherungsmethoden

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Carsten (O&O)
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Whitepaper: Sicherungsmethoden

Beitrag von Carsten (O&O) » Fr 5. Aug 2011, 10:21

Im Allgemeinen werden bei der Datensicherung zwei Hauptmethoden unterschieden: Dateibackup und Imaging. Beide Methoden unterscheiden sich in der Art und Weise und auch in den Zielen der Sicherung.

Das dabeibasierte Backup ist der Klassiker der beiden Methoden. Seit Jahrzehnten sichern viele Unternehmen ihre Daten mit einem klassischen Backup, meist auf ein Bandlaufwerk (Tape). Wie der Name schon sagt, erfolgt die Datensicherung hier auf Dateiebene. Der Administrator wählt die zu sichernden Dateien, Ordner oder Laufwerke aus und legt dazu die Sicherungsparameter fest.

Betriebssysteme und Datenbanken können über ein Dateibackup - je nach eingesetztem Produkt - nicht, nur schwer oder nur über zusätzliche Agenten und Optionen gesichert werden. Die Wiederherstellung erfolgt dabei meist in zwei Schritten. Bei einer vollständigen Systemwiederherstellung wird das Betriebssystem neu installiert und danach die Daten wieder eingespielt. Ist das Betriebssystem noch in Ordnung, so können einzelne Daten aus der Sicherung mehr oder weniger schnell wiederhergestellt werden.

Die zweite Methode - Imaging - hat sich später etabliert und verfolgt einen anderen Ansatz. Anstatt einzelne Dateien zu sichern, werden bei einem Imagingprodukt Sektoren gesichert. Die Sicherung der Sektoren kann dabei nach verschiedenen Arten (nur belegte Sektoren, alle Sektoren oder RAW-Imaging) erfolgen. Normalerweise wird beim Imaging der komplette Datenträger gesichert, wobei es die Möglichkeit gibt, Dateien, Dateitypen oder Ordner von der Sicherung auszuschließen. Die Wiederherstellung ist auf den Desaster Recovery-Fall ausgelegt - die komplette Wiederherstellung des Systems inklusive Betriebssystem und Daten in einem Schritt. Somit ist eine komplette Wiederherstellung schneller durchzuführen als beim Dateibackup.

Für beide Sicherungsmethoden stehen drei Varianten der Sicherung zur Verfügung:
  • Vollsicherung - Auch Basissicherung genannt, alle ausgewählten Daten werden gesichert.
  • Inkrementelle Sicherung - Änderungssicherung, es werden die Daten gesichert, die sich seit der letzten Sicherung verändert haben.
  • Differenzielle Sicherung - Ebenfalls eine Änderungssicherung, es werden alle geänderten Daten seit der Basissicherung (!) gesichert.
Sicherungsmedien

Die möglichen Sicherungsmedien für eine Datensicherung sind vielfältig und grundsätzlich können die meisten für verschiedene Sicherungsstufen (primäres, sekundäres oder tertiäres Sicherungsmedium) verwendet werden. So wie sich die Speicherkapazitäten unterscheiden, so unterschiedlich sind auch die Haltbarkeiten der einzelnen Sicherungsmedien. CD und DVD sind die Datenträger mit der geringsten Haltbarkeit bzw. geringsten Kapazität und die Cloud bzw. NAS/SAN haben eine theoretisch unbegrenzte Haltbarkeit und Speicherkapazität.

Neue Techniken: Virtualisierung, Cloud Computing

Virtualisierung ist in vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken und kaum das sich dieses Thema durchgesetzt hat, kommt schon der nächste Schritt: Cloud Computing. Doch was haben diese beiden Techniken mit der Datensicherung zu tun? Sehr viel sogar, denn bei beiden Techniken stellen sich mehr Fragen, als bei der klassischen Datensicherung.

Virtualisierung

Das Ziel der Virtualisierung ist die Konsolidierung von Systemen bzw. die Kostensenkung bei Hard- und Software. Detaillierte Informationen zur Virtualisierung sind im Internet zu finden, daher soll an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden. Wir möchten an dieser Stelle die Frage klären, ob virtualisierte Systeme gesichert werden müssen.

Diese Frage kann man mit einem eindeutigen Jein beantworten. Abhängig von der Virtualisierungstechnologie und den Aufgaben der virtuellen Maschinen kann eine Datensicherung notwendig sein oder auch nicht. Handelt es sich bei den virtuellen Maschinen um Produktivsysteme mit sich verändernden Nutzerdaten im virtuellen System, ist eine Datensicherung notwendig. Dies kann auf drei Wegen erfolgen: Klassisch über Imaging oder Dateibackup oder über den Hypervisor. Handelt es sich bei dem System aber um ein Testsystem ohne weitere Daten, muss es nicht zwingend gesichert werden. Hier reicht es oftmals aus, eine Kopie der virtuellen Maschine anzulegen, um gegebenenfalls auf diese zurückgreifen zu können.

Cloud Computing

Kurz formuliert ist Cloud Computing die Nutzung von verteilten Rechnern im Internet, wobei die bereitgestellten Ressourcen an den Bedarf des Nutzers angepasst werden. Auch beim Cloud Computing unterscheidet man verschiedene Methoden. Aber auch hier möchten wir auf eine detaillierte Erläuterung von Cloud Computing und Datensicherheit verzichten und verweisen zu den Grundlagen auch auf das Internet.

Die Frage der Datensicherung ist beim Cloud Computing noch spannender als bei der Virtualisierung. Beim Cloud Computing haben Sie die Möglichkeit, Applikationen oder ganze Systeme über das Internet zu nutzen und/oder Sie verwenden Speicherplatz im Internet zur Ablage Ihrer Daten. Grundsätzlich wichtig ist an dieser Stelle erst einmal, dass Sie für Ihre Daten in der Cloud verantwortlich sind - nicht Ihr Cloudanbieter. D.h. Sie müssen sich um die Sicherung der Daten in der Cloud kümmern - egal ob abgelegte Dokumente oder komplette ERP-Daten etc. Bei der Datensicherung kann die Cloud aber auch helfen. Wenn Sie bereits Ihre Datensicherung im Unternehmen „lagern“, dann können Sie Ihre Datensicherung sekundär - und örtlich getrennt - in der Cloud lagern. Achten Sie dann nur darauf, dass Sie die Datensicherung verschlüsseln, da die Daten durch die Cloudanbieter selten verschlüsselt werden. Die Datenverschlüsselung ist bei Datensicherungsprodukten - wie zum Beispiel O&O DiskImage - eine Standardfunktion. Gern beraten wir oder einer unserer Fachhändler Sie zu den Datensicherungsmöglichkeiten mit O&O DiskImage und unterstützen Sie auch bei der Einbindung von Virtualisierungs- und Cloud-Technologien.

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